Ärger am 1. Mai
Mag sein, dass ich dazu tendiere, mich künstlich über verschiedene Dinge aufzuregen, die viele andere Menschen so gar nicht wahrnehmen. Der 1. Mai in Bonn gab Anlass dazu. Irgendeine Gruppe Rechtsextremer hatte eine fragwürdige Demo durch Bonn-Beuel anmelden können, was zu einer groß angelegten Gegendemo führte - und nahezu 2000 Polizisten dazwischen. Soweit die Tatsachen. Zunächst hätte ich gesagt, schenkt man so doch irgendwelchen Extremisten genau die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen. Wenn man einfach die Sache komplett ignoriert und nur eine kleine Hundertschaft an Polizisten in der Nähe gehalten hätte, hätte das meiner Meinung nach eine weitaus deutlichere Signalwirkung gehabt als das, was schließlich geschah: Auf Bannern den Hass ablehnend, brüllten nun aus den Reihen der Normal-Bürger einige Leute Hassparolen gegen die 'Nazis', viele Kehlen stimmten ein und es bildete sich ein Mob, der zu furchtbaren Taten fähig gewesen wäre, wäre die Polizei nicht da gewesen. Warum? Wo bleiben hier freiheitlich demokratische Grundsätze? Der Mensch als Massentier ist doch wirklich verachtenswert dumm. Genauso wie das Häufchen Dummheit auf der anderen Seite der Polizei.
Dabei hatte der 1. Mai doch so schön angefangen, mit einem heißen Tanz im Kreise von Freunden, einem kleinen Birkenästchen am Fenster - und Müllmachern beim goldenen M.
Wie nach einem zweiten Sonntag fühlte sich die Schulwoche danach entspannt kurz an.
Mit einem Rhein in Flammen und Feuerwerkspektakel konnte das letzte Wochenende glänzen. Doch die Freude wurde bald von Kummer in der Suppenschüssel getrübt...
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Montag, 7. Mai 2012
Was tun.
(Das Folgende wurde vor inzwischen 2 Wochen geschrieben...)
So, das Wochenende in Stuttgart war doch insgesamt abenteuerlich und schön.
Gegen halb 8 Uhr am Abend war ich am Hauptbahnhof. In Erwartung einer Zu- oder Absage bezüglich einer Couchsurfing-Anfrage hielt ich mich eine Weile dort auf, ging auf die Aussichtsplattform des HBF-Turms und hatte dann vor, die dortige Toilette aufzusuchen. Doch welcher Hohn begegnete mir dort! Von früher kannte ich sie als frei zugänglich, doch jetzt war die Tür durch ein Münz-Schloss gesichert, das sich nur gegen Einwurf einer 50-Cent-Münze, und zwar ausschließlich einer solchen, öffnen ließ. D.h., jeder, der nicht zu zahlen bereit oder der ohne Geld unterwegs ist, aber auch jeder, der Geld bezahlen würde, aber nur über andere Münzgrößen verfügt, ist gezwungen, sich in die Hose zu machen. Ziemlich ärgerlich, auf Basis menschlicher Grundbedürfnisse Selektion zwischen arm und reich zu betreiben und Kapital daraus zu schlagen, noch dazu weil es keine echte Alternative gibt.
Eine Couch fand ich nicht, also tanzte ich die Nacht durch im Schocken, traf dort auf einen irre-komischen Typen, der wahllos mit fremden Passanten fiktive Interviews startete oder sie auf andere Weise in Gespräche verwickelte. Mit Erfunden von ihm im Schlepptau ging es in den Keller Klub und gegen halb acht an den Hauptbahnhof, um einen Kaffee zu trinken. Danach trennten sich unsere Wege und ich machte noch ein paar Besorgungen anlässlich der Geburtstagsfeier meiner Schwester, bevor ich mich zu ihr aufmachte und dort eine schöne Feier im Kreise der Familie und Freunde erlebte, die bis in den späten Abend dauerte. Für die Nacht schließlich hatte ich eine bequeme Couch bei einer freundlichen Gastgeberin, mit der ich anregende Gespräche über Freiheit im System hatte. Nach einem gesunden Frühstück begab ich mich auf den Weg zum HBF, um dort eine Mitfahrgelegenheit nach Bonn zu erreichen, die sich etwas abenteuerlich gestaltete: Der Fahrer war Rumäne, übermüdet, der Beifahrer Stuttgarter, konvertierter Moslem, Imam, die weiteren Passagiere Flüchtlinge aus dem Iran, Christen, und dann eben ich. Der Wagen war nicht mehr in bestem Zustand und/oder der Fahrer hatte einen seltsamen Fahrstil, jedenfalls lief der Wagen nicht rund.
Beim Einkaufen am Tag darauf schlug mir eine Sache auf den Magen: Zum einen wird man von den Lebensmittel- und anderen Produzenten nach Strich und Faden -sorry- verarscht, wenn auf den Verpackungen Idylle, in den Inhaltsstoffen heile Welt vorgegaukelt wird, das Produkt allerdings aus billigsten Zusatz- und Austauschstoffen unter naturverachtenden Bedingungen gefertigt wird. Jeder kauft es, jeder weiß es - mehr oder weniger - und keinen scheint es zu stören.
Das ist manchmal so bitter, dass man einfach schreien möchte.
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So, das Wochenende in Stuttgart war doch insgesamt abenteuerlich und schön.
Gegen halb 8 Uhr am Abend war ich am Hauptbahnhof. In Erwartung einer Zu- oder Absage bezüglich einer Couchsurfing-Anfrage hielt ich mich eine Weile dort auf, ging auf die Aussichtsplattform des HBF-Turms und hatte dann vor, die dortige Toilette aufzusuchen. Doch welcher Hohn begegnete mir dort! Von früher kannte ich sie als frei zugänglich, doch jetzt war die Tür durch ein Münz-Schloss gesichert, das sich nur gegen Einwurf einer 50-Cent-Münze, und zwar ausschließlich einer solchen, öffnen ließ. D.h., jeder, der nicht zu zahlen bereit oder der ohne Geld unterwegs ist, aber auch jeder, der Geld bezahlen würde, aber nur über andere Münzgrößen verfügt, ist gezwungen, sich in die Hose zu machen. Ziemlich ärgerlich, auf Basis menschlicher Grundbedürfnisse Selektion zwischen arm und reich zu betreiben und Kapital daraus zu schlagen, noch dazu weil es keine echte Alternative gibt.
Eine Couch fand ich nicht, also tanzte ich die Nacht durch im Schocken, traf dort auf einen irre-komischen Typen, der wahllos mit fremden Passanten fiktive Interviews startete oder sie auf andere Weise in Gespräche verwickelte. Mit Erfunden von ihm im Schlepptau ging es in den Keller Klub und gegen halb acht an den Hauptbahnhof, um einen Kaffee zu trinken. Danach trennten sich unsere Wege und ich machte noch ein paar Besorgungen anlässlich der Geburtstagsfeier meiner Schwester, bevor ich mich zu ihr aufmachte und dort eine schöne Feier im Kreise der Familie und Freunde erlebte, die bis in den späten Abend dauerte. Für die Nacht schließlich hatte ich eine bequeme Couch bei einer freundlichen Gastgeberin, mit der ich anregende Gespräche über Freiheit im System hatte. Nach einem gesunden Frühstück begab ich mich auf den Weg zum HBF, um dort eine Mitfahrgelegenheit nach Bonn zu erreichen, die sich etwas abenteuerlich gestaltete: Der Fahrer war Rumäne, übermüdet, der Beifahrer Stuttgarter, konvertierter Moslem, Imam, die weiteren Passagiere Flüchtlinge aus dem Iran, Christen, und dann eben ich. Der Wagen war nicht mehr in bestem Zustand und/oder der Fahrer hatte einen seltsamen Fahrstil, jedenfalls lief der Wagen nicht rund.
Beim Einkaufen am Tag darauf schlug mir eine Sache auf den Magen: Zum einen wird man von den Lebensmittel- und anderen Produzenten nach Strich und Faden -sorry- verarscht, wenn auf den Verpackungen Idylle, in den Inhaltsstoffen heile Welt vorgegaukelt wird, das Produkt allerdings aus billigsten Zusatz- und Austauschstoffen unter naturverachtenden Bedingungen gefertigt wird. Jeder kauft es, jeder weiß es - mehr oder weniger - und keinen scheint es zu stören.
Das ist manchmal so bitter, dass man einfach schreien möchte.
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