Sonntag, 8. Mai 2016

So kann es nicht weiter gehen.

Lange kam hier nichts mehr.

Zeitweise hatte ich isolierte Blogs zu diversen Reisen, im Prinzip Reiseberichte, Tagebücher, in denen ich meine Erlebnisse irgendwie festgehalten habe, meistens noch in gar nicht mal so gutem Englisch für eine erwartete internationale Leserschaft.

Dieser Blog hier, wenn ich mir die letzten Einträge so anschaue, kommt mir wie ein Kummerkasten, wie ein Jammer-Tagebuch vor. So kann das nicht weitergehen. Das kann man keinem Menschen so zeigen.

Ich möchte positiv in die Zukunft schauen und bisschen Bilanz ziehen.
Was gerade meine berufliche Laufbahn angeht, so steht es schlimm um sie. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen, aber es sieht alles so aus, als müsste ich endlich mal mein Leben wirklich konsequent und nachhaltig selbst in die Hand nehmen.

Was will ich überhaupt?
Durch mein neuerdings im Herbst ergriffenes Philososphiestudium weiß ich, dass Öko-Anarchismus und Tiefenökonomie meine Vorstellungen von einer Welt, wie sie sein sollte, am ehesten widerspiegln. Beruflich könnte ich mir vorstellen, egal was auch immer es in der Welt gibt, es darauf zu untersuchen, wie es in ein tiefenökonomisches Weltgefüge passt, wie nachhaltig es ist und was daran wie verändert werden könnte oder müsste. Wer jedoch legt Wert auf eine solche Beurteilung und Beratung? Auf welcher Grundlage will ich diese machen? Aus dem Bauch heraus sicherlich nicht. Ich sollte also Maßstäbe entwickeln, Kriterien, die ich abfragen und vergleichen kann. Und diese Kriterien müssen philosophisch-tiefenökonomisch fundiert sein.

Des Weiteren schwebt mir ein Projekt vor Augen: Häuser, in denen mehrere Menschen wohnen können, werden einem Verein gestiftet, der sie unterhält und teilweise zu Mehrgenerationen-Wohnungen umfunktioniert, meiner Ansicht nach die moderne Familie, mit der Möglichkeit, seinen Altersruhesitz dort zu verbringen und verschiedene Aufgaben zu übernehmen. Die mittlere Generation kann so von Erziehung und Familie leicht freigestellt werden um sich um berufliche und private Selbstverwirklichung zu kümmern. Die junge Generation hat immer umsorgende Menschen um sich. Alle diese Menschen haben die Möglichkeit die Miete zu reduzieren dadurch, dass sie selbstversorgend etwas produzieren oder ein offenes Gästehaus im weiteren Teil des Hauses unterhalten mit Wohnraum sowohl für luxusorientierte wie auch für Rucksack-Reisende. Ein Raum soll auch für Couchsurfer kostenlos mit Dusche, Strom und WLAN zur Verfügung stehen.

Im Prinzip ist es ein Team von Gleichgesinnten, was ich brauche. Das sollte ich mir mal bald suchen, wenn ich nicht für immer Gefangener eines falschen Lebens sein möchte.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Talfahrt

Am vergangenen Abend ging es weiter abwärts. Und es gab Tränen - endlich. ...leider auch bei meiner Mutter. Nachdem ich ihr erzählte, dass ich beschlossen hatte, Weihnachten alleine bei mir zu bleiben, weil ich keine Lust auf Heuchelei hätte und sich meine Familie das ganze Jahr über kein Stück für mich interessiere und ich mir dort fremd vorkäme, brach sie in Tränen aus. Dann darf ich so etwas eben nicht mehr mit anderen Menschen teilen. Darüber hinaus habe ich von mehreren Seiten mitgeteilt bekommen unerwünscht zu sein. Dann passt mein Rückzug ja. Sehnsucht nach Frieden und Liebe macht sich breit. Fernweh meldet sich - nicht nach einem irdischen Ort, denn dort scheint es weder Frieden noch Liebe zu geben. Und ich neige zu Theatralik. Auch etwas, was viele nervt. Schluss für heute.

Montag, 22. Dezember 2014

Trübe Weihnachten

Zwei Tage vor "Heilig Abend" stehe ich auf dem Weihnachtsmarkt und möchte weinen, aber es will keine Träne kommen.

Was sich vor meinen Augen abspielt, ist nichts außergewöhnliches sondern völlig normal und alltäglich.
Stand neben Stand ordentlich aufgereiht stehen die Buden bunt geschmückt mit Tannengrün, Lichterketten und weiterer Dekoration, die gern mit der Weihnachtszeit assoziiert wird. Verschiedene zum Teil nützliche, zum Teil kurzweilige oder dekorative Artikel werden zum Verkauf angeboten. Dazwischen gibt es immer wieder Stände für das leibliche Wohl: Backfisch, Reibekuchen, Schupfnudeln und das übliche Zuckerzeug und natürlich Glühwein in allen Varianten.
Menschen laufen hin und her, alleine, zu zweit, als Pärchen, mit Kindern. Sie wirken getrieben, verunsichert, selten entspannt. Mehreren hundert Menschen begegnet jeder einzelne, nimmt sie flüchtig nur ganz kurz wahr und geht weiter. Für eine verbindliche Begegnung ist keine Zeit, zu sehr ist die Aufmerksamkeit darauf gerichtet sich selbst und seine Bedürfnisse wahrzunehmen.
Da bleibt auch keine Zeit sich Fragen um die unmittelbar umgebene, geschweige denn die Welt als Ganzes zu stellen.
Z.B. wie es den Menschen gehen mag, denen man begegnet. Gut, diese Frage ist vielleicht etwas aufwändig bei dieser großen Anzahl. Nehmen wir nur eine Person, z.B. den Mann an der Straßenecke, der die Straßenzeitung verkauft. Wie wird er Weihnachten feiern? Wo ist er, wenn alle Familien in trautem Beisammensein nach feierlichem Singen und Bescherung bei leckerem Gänsebraten beisammen sitzen? Wo bleibt die oft gepriesene kulturelle Offenheit und Integration an Weihnachten? Zum Zuckerfest beispielsweise werden gerne Fremde eingeladen.
Für den Mann an der Straßenecke wird übrigens gesorgt werden, wenn er es wünscht. Es gibt Anlaufstellen, wo Menschen sich an Weihnachten Zeit nehmen und sich dank Spendengelder um ihn und um viele andere kümmern können - und dort geht es zwar bescheiden aber feierlich und herzlich zu.
Wesentlich unbequemer, vielfach sogar vehement abgeleht wird die Frage, wie es der Gans, dem Fisch an Weihnachten geht. Oder den Erdbewohnern, die ihr Leben und ihre Haut für Schuhe, Taschen, Mäntel etc. lassen mussten, die Menschen gedankenlos anprobieren und wieder beiseite legen. In der Lebensgeschichte vieler Erdenbewohner taucht der Mensch leider sehr unangenehm auf. Für die tierischen Erdenbewohner finden sich mehr und mehr Menschen teils alleine, teils in Interessengemeinschaften zusammen um sich mehr oder weniger sinnvoll für erstere einzusetzen.
Absurd schließlich erscheint fast allen Menschen die Frage, wie sich ein Nadelbaum als Christbaum fühlen mag. "Gar nicht, denn er fühlt nicht" kommt es von allen Seiten, von denen, die den Mann an der Straßenecke versorgen wie auch von denen, die den Fisch, die Gans vom Teller erretten wollen. Und alle scheinen sie dabei zu vergessen, dass selbst der Nadelbaum ein lebendes Wesen, ein Erdenbewohner ist, der wachsen und gedeihen und ein würdevolles Leben verbringen möchte. Und hier zitiere ich gerne Albert Schweitzer: "Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben kennt keinen Unterschied zwischen wertvollerem und weniger wertvollem Leben. Wer von uns weiß, was das andere Leben an sich und in dem Weltganzen für eine Bedeutung hat? Dem wahrhaft ethischen Menschen ist alles Leben heilig."
Die Menschen gehen weiter, es wird schnell noch ein Geschenk für die Liebsten gekauft, ein Kleidungsstück, eine Schokolade... Die Näherinnen in Bangladesh, die Kühe im Massenstall und auch ich haben jetzt einfach mal die Fresse zu halten, denn es ist Heilig Abend, verdammt!

Es kommt immer noch keine...

Samstag, 25. Januar 2014

Das Alte ist vergangen, das Neue angefangen...

Dieses Lied singen wir in der Schule immer wenn nach den Weihnachtsferien ein neues Jahr angefangen hat.

Die Strophen lauten:

Das Alte ist vergangen,
Das Neue angefangen.
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!

Das alte Jahr muss weichen,
Das Neue einherschleichen.
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!

Das Alte lasst und schließen,
Das Neue freundlich grüßen!
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!

Frisch auf zu neuen Taten!
"Helf' Gott" es wird geraten.
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!
Glück zu,
Glück zu
Im Neuen Jahr!

Sehr einfach, aber doch eindeutig in seiner Kernaussage.
Jedesmal habe ich - wie vermutlich viele von uns - den Jahreswechsel, der eigentlich nur ein kalenderbezogenes Phänomen ist und mit natürlichen Vorgängen kaum etwas zu tun hat, genutzt um aus alten, wenig erfolgreichen Verhaltensmustern auszubrechen und vielleicht nicht alles, aber doch zumindest einiges anders, wenigstens aber besser zu machen. Und nach nicht ganz einem Monat im neuen Jahr sieht es noch nicht so aus als ob die Vorsätze nachhaltig greifen. Scheitern und Lethargie hatten mich auch schon im Neuen Jahr einige Male eingeholt und ich bleibe weiterhin dabei, einen neulich zum Studienbeginn eher scherzhaft geäußerten "Doktortitel in Prokrastination" zu erwerben.
Aber Kopf hoch!
So wie 2013 nicht vollkommen in die Hose ging - ein absolutes Highlight war http://hhtip.blogspot.com, meine Tramp-, Camp- und Couchsurfrundreise um die Iberische Halbinsel, ein anderes, dass ich seit Herbst Chemie zu studieren begonnen habe - wird auch 2014 wohl einige Highlights bieten. Eines wird wohl bis zum Ende der Osterferien am 27.4. sein, meine Wette mit einer Freundin einzuhalten, nämlich ganze 200km innerhalb von 48 Stunden zu Fuß zu bewältigen. Dies klingt so verrückt wie ich wohl manchmal bin und weil es so verrückt ist und zu mir passt weiß ich auch dass ich das schaffen werde. Wenn ich nicht im Februar Prüfungen zu schreiben und dafür zu lernen hätte, hätte ich diese Aufgabe schon längst hinter mich gebracht - wahrscheinlich. :-)

Mit Hochs und Tiefs geht es munter weiter und ich freue mich. Mein Optimismus ist noch nie ganz verloren gegangen.

Samstag, 5. Januar 2013

Wohin?

Finsternis umgibt mich nun,
Hämmert auf mich ein.
Panzermauer zieht sich zu,
Lässt niemanden rein.

Innen öd und leer und kalt,
Freud- und regungslos.
Gedankenwaffen - mit Gewalt
Versetzen Stoß um Stoß.

Bald stürzt Mut, Selbstwertgefühl,
Mein Ich fällt mit hinab
In finst'res Chaos und Gewühl,
Endgültig wie das Grab.

Antriebslosigkeit und Lethargie

Bisher war noch nicht viel im Neuen Jahr. Ich schäme mich für meine Trägheit, unter der engste Freunde und Verwandte zu leiden haben. Außerdem quälen mich Gedanken, die eine Aussprache längst überfällig machen, noch dazu, weil bereits Dinge geschehen sind, die ihre Schatten über alles werfen. Was ist nur los mit mir?

Mittwoch, 2. Januar 2013

Auf ein Neues...

Ein neues Jahr beginnt. Eigentlich wäre dies ein geeigneter Moment um kritisch Rückschau zu halten. Ich fürchte allerdings mein allzu vernichtendes Urteil und verzichte darauf. Neues Jahr - neues Glück. Im alten Jahr war nicht alles schlecht, im Neuen wird's nicht schlimmer werden. Aber besser. Hoffentlich. Gute Nacht