Samstag, 21. Juli 2012

Stadt der Liebe - Tag 1 und 2

Nach einer regelrechten Odyssee zum Erwerb eines Kfz wurde der Startzeitpunkt unseres diesjährigen Sommerurlaubs immer weiter hinausgezögert.
Noch im Mai hatten wir gedacht, auf einen Bauernhof zu gehen um dort zu wwoofen. Schließlich dachten wir, angesichts der schlechten Wetterverhältnisse in Mitteleuropa, an einen Urlaub an der Côte d'Azur und hofften, mit dem Auto dorthin zu fahren. Dann waren jedoch Reparaturen fällig, die Zeit kosteten und schließlich beschlossen wir, nach Paris zu trampen. Gesagt, getan, am Mittwoch, 18.7. ging es los. Mit den Öffentlichen kamen wir bis Frechen, von da aus ein kurzer Fußweg und wir waren an der Autobahn. Nur kurz mussten wir warten, dann nahm uns ein netter deutschstämmiger Franzose aus der Bretagne, Saint-Malo, der sehr belesen in allen möglichen nationalen und internationalen politischen Belangen war und für guten Gesprächsstoff sorgen konnte. Bis Mons nahm er uns mit, danach lud uns nach einer kurzen Imbisspause ein Marokkaner ein, mit ihm bis in die Pariser Außenbezirke zu fahren. Er hatte einen starken Akzent, sodass ich mich nur schwer mit ihm unterhalten konnte.
Der Pariser Außenbezirk mutete eher an wie ein Vorort von Afrika: Im Bahnhof Sevran-Beaud schienen nur etwa 10% der Leute europäischen Ursprungs zu sein.
Am Gare du Nord stiegen wir aus und trafen uns später mit einer Bekannten von mir, einer Spektakelsängerin, der ich vor fast 5 Jahren in Chartres begegnet war. Mit ihr und später noch ihrem Freund tranken wir viel zu teure Cocktails und planten ein Wiedersehen im Laufe der Tage. Später abends erreichten wir nach ausgedehntem Spaziergang den Campingplatz, bauten das Zelt auf und hatten eine gute erste Nacht in Paris.
Am nächsten Morgen machten wir erneut einen Spaziergang durch den Park und kamen gegen Mittag im Westen der Innenstadt an und freuten uns bald über leckere Croissants und Baguettes, dazu 'Zerro' und Orangina. Allein das Gefühl, in Paris zu sein und die französische Kultur in ihren verschiedenen Facetten auf mich wirken zu lassen war schon sehr erquickend und machte mir Herzklopfen. Wir beschlossen, zunächst die Stadt zu Fuß auf uns wirken zu lassen, und sahen den Eiffelturm und seine Umgebung, den Invalidendom, die Notre Dame, Luxemburg-Palast und den Montparnasse. Danach ging es wieder zurück zum Camping, diesmal allerdings mit dem Bus, wobei dies dennoch einem kleinen Spaziergang erforderte. Mit einer Portion Nudeln im Magen legten wir uns schlafen.

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