Nachdem wir erst nachts nach Hause bzw. auf den Campingplatz kamen, gönnten wir uns einen langen Sonntagmorgen mit Ausschlafen, ausgedehntem Frühstück usw. Erst gegen Mittag gingen wir in die Stadt, um die Ankunft der Tour de France anzusehen. Allerdings war dies gar nicht so spannend. Zunächst gab es mehrere hunderte Autos in Kolonnen, ausgeschmückt mit Logos der Sponsoren, und als dann nach ca. 2 Stunden die Radler kamen, war das Spektakel innerhalb weniger Minuten vorüber. Der Sieger stand ohnehin schon fest und einer Horde vorbeifliegender Fahrradhelme war nun auch nicht gerade viel abzugewinnen. Wir verließen den Trubel und gingen lieber noch ein wenig durch die Stadt spazieren, auf der Suche nach leckerem Baguette und Croissants. Nachdem wir fündig geworden waren, begaben wir uns ans Seine-Ufer und hatten ein verspätetes Mittagessen. Später lagen wir noch faul im Schatten des Eiffelturms - die Sonne brannte unangenehm stark herunter - und begaben uns am frühen Abend zurück zum Campingplatz. Dort machten wir uns später ein leckeres Abendessen und gingen nicht allzu spät schlafen.
Der nächste Tag war auch gleichzeitig unser letzter Tag in Paris. Wir standen gemütlich auf, packten alles zusammen und begaben uns schließlich auf eine Odyssee, nämlich auf die Suche nach einer Autobahn-Raststätte, die gut zum Trampen geeignet sein sollte - laut Internet. Die Wegbeschreibung klang einfacher als wir die Raststätte finden konnten, aber schließlich hatten wir es geschafft und suchten nun jemanden, der so nett sein würde, uns beide nach Deutschland mitzunehmen. Nach einiger Wartezeit fanden wir schließlich zwei Portugiesen, die auf dem Weg nach Mons in Belgien waren und uns mitnehmen konnten - der Fahrer war sogar Amateurfunker. Wir landeten genau auf der gleichen Raststätte, die wir auch schon auf der Herfahrt als Zwischenhalt benutzt hatten, und kamen recht bald mit zwei netten Abiturientinnen des zweiten Bildungswegs weiter. Sie hatten einen Bully, der bequem ausgebaut war - und nur Schneckentempo fuhr. Gelegentlich von Lkws überholt und den letzten Zug von Köln nach Bonn nicht mehr erreichend kamen wir in Frechen an, wo wir nach einiger Wartezeit einen Tschetschenen trafen, der uns zum Kölner Hauptbahnhof bringen konnte, von wo aus wir mit der Bahn schließlich nach Hause und ins Bett kamen.
Dienstag, 24. Juli 2012
Stadt der Liebe - Tag 5 und 6
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