Montag, 15. Dezember 2008

Selbsterkenntnis 1 - Illusorisch-Traumhaftes und Realität

Freitag Abend erreichte mich eine E-Mail von meiner lieben Anni, die mir schwere Gedankenlast mit in den Schlaf gab. Sie möchte eine Entscheidung von mir, weil sie sich schon für mich entschieden hat. Dabei wissen wir doch beide, dass gerade ich mich lieber den Entscheidungen, vor allem solchen, entziehe, und stattdessen lieber Freiheit, besonders Freiheit von Verpflichtungen, suche.
Doch Annis Wunsch nach einer Entscheidung schien endgültig und setzte mich zum Einschlafen ein wenig unter Stress... Was sollte ich sagen, wie sollte ich es sagen, was soll ich tun?

Am nächsten Morgen schien alles wie weggefegt. Keine schweren Gedanken mehr, stattdessen die gewissermaßen greifbare Erkenntnis: Alles, worüber ich mir oft so schwere Gedanken mache, ist in erster Linie Illusion. Ich stelle mir ein Traum-Ich mit einem Traum-Leben in einer Traum-Welt vor, und um dieses aufrechtzuerhalten, versperre ich mich dem realen Leben. Doch was habe ich davon, außer eine Seifenblase, die an meinem Lebensabend schmerzlich platzen wird, wenn mir klar wird, dass ich mein Leben mehr geträumt als wirklich gelebt habe? Getreu dem Motto "lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach" stellte ich fest, dass die Entscheidung gar nicht schwer war, nachdem ich erkannt hatte, dass ich nur der bin, der ich bin, und nicht der, der ich gern wäre, und dass ich nur das Leben habe, das ich wirklich habe und nicht das, das ich gerne hätte. Ohne viel grübeln zu müssen konnte ich Anni meine Entscheidung mitteilen, worüber sie sich sehr freute.

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