Mittwoch, 4. Januar 2012

Die ewige Stadt, Tag 3 und 4 - Caracalla bis Engelsburg und Forum + Palatin

Durchwachsenes Wetter bis jetzt, häufig mild, zum Teil schön sonnig, dann wieder bewölkt-grau und wieder regnerisch - so wurden unsere archäologischen Exkursionen bisher begleitet. Am Dienstag ließen wir die Caracalla-Thermen ausführlich auf uns wirken, Ruinen einer beeindruckenden Baukunst. Danach führte uns unser Weg über die Tiberinsel zur Engelsburg, bei der wir uns mit einer Außenansicht begnügten und lieber weiter am Tiberufer flanierten und tanzenden Mickeymäusen zwischen falschen Louis-Vuitton-Taschen, Regenschirmen und Wakawaka-Schleim zuschauten. Später zog es uns zur Spanischen Treppe, die wir erst nicht fanden. Stattdessen entdeckten wir ein Restaurant mit endlich einmal akzeptablen Preisen. Wir merkten uns, wo es war, um nach den laser-verblitzten Eindrücken der Spanischen Treppe dort einzukehren. Die Lasagne war ein Witz, sowohl in der Größe als auch im Geschmack, dagegen war die Pizza richtig gut und somit preiswert. Danach schleppten wir uns noch, inzwischen müde vom Tag, zum Trevibrunnen, um Münzen hinter uns ins Wasser zu werfen, wobei wir uns kaum der aufsässigen Sofortbildfotografen erwehren konnten. Überhaupt begegneten uns allerorts solche 'Händler', die höchst aufdringlich überall beim Colosseum Abbilder desselben in Glas, klatschen sonst überall Schleimbällchen ('Wakawaka') auf laminierte Pappe, bieten Laserpointer und fliegende Kreisel am Abend an und wechseln beim ersten erscheinenden Regentropfen ganz plötzlich ihr Angebot auf Regenschirme. Erscheint ein Uniformierter, sind sie plötzlich verschwunden. Nachschub erhalten sie aus Vans, die immer wieder irgendwo halten - das ganze Treiben hat durchaus seine Faszination. Abends fielen wir früh (bereits 22.00 Uhr) ins Bett, während unser Gastgeber noch zwei weitere Gäste aus Brasilien empfing.
Am darauffolgenden, also dem heutigen Tag kamen wir mit einer kleinen Verspätung aus dem Bett, kauften uns Brot und picknickgeeignete Zutaten und machten uns auf zum Forum und zum Palatin. Stunden verbrachten wir zwischen den Ruinen der Kultur, die über Jahrhunderte Europa, ja die Welt für Jahrtausende in die Zukunft nachdrücklich geprägt hatte. Für diese Exkursion war ein ganzer Tag nötig, so dass wir am frühen Abend uns nur noch Zeit nahmen, in einem Internetcafé herauszufinden, dass die Tickets für die Vatikanmuseen, die man, um das stundenlange Anstehen zu vermeiden, im Voraus im Internet buchen solle, hierbei deutlich teurer seien, was ein Anstehen zu frühen Morgenstunden doch wieder überlegenswert machte. Des Weiteren fanden wir heraus, dass der Airport-Shuttle vom Flughafen aus 4,-, vom Termini aus 6,-€ kosten würde - es sei denn, man bucht online, dann sind es ebenfalls 4,-€ pro Person.
Abends fanden wir eine schöne Gelegenheit, beim gemeinsamen Kochen den Mitbewohner unseres Gastgebers besser kennenzulernen und um Mitternacht konnte ich noch bei einem Glas Wein ein schönes Gespräch mit unserem Gastgeber selbst führen über weltbewegende Themen, über die er ähnlich denkt wie ich.

Zur Sicherheit notiere ich mir jetzt noch geschwind einige Hostels in einer Straßenkarte. Man kann ja nie wissen...

Keine Musik- und Textilarbeit bisher seit Neujahr.

Per Mobiltelefon

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen