Dienstag, 10. Januar 2012

Die ewige Stadt, Tag 7 und 8 - Via Appia und Ostia

Wir konnten tatsächlich unser Gepäck im Hostel lassen und mit leichter Tasche aufbrechen zur Via Appia Antica. Der Weg dorthin führte uns am Colosseum vorbei, wo wir angesichts des strahlenden Sonnenscheins versuchten, noch einmal ein Viertelstündchen durch die alten Bögen zu spazieren, doch Fehlanzeige, die Ticketlesemaschine konnte zweifelsfrei feststellen, dass wir am Tag davor bereits dort waren. Wir fuhren also weiter zur Via Appia, bzw. letztlich liefen wir zu ihr, da wir mangels Ortskenntnis und fehlender Fahrtroutenübersicht des Busses den Ausstieg verpassten. An der alten Via Appia besuchten wir eine alte Grabstätte einer gewissen Caecilia Metella, ein beeindruckend großes Gebäude für ein Grab, das im Mittelalter wohl zeitweise als Festung diente - aber außerordentlich spannend fanden wir es dort nicht, so dass wir eine halbe Stunde später wieder auf der Appia waren und dort mehrere Kilometer und Stunden spazierten - ein herrlicher Zeitvertreib bei strahlendem Sonnenschein und faszinierend die Vorstellung, dass dort vor Jahrtausenden Handelskarren und Soldaten hin und her zogen und reiche Römer ihre Villen errichteten. Eine solche Villa bzw. deren Ruinen besichtigten wir am Nachmittag: die Villa des Quintilius. Die weitestgehend erhaltenen Grundmauern konnten einen guten Eindruck vermitteln der Herrlichkeit und dem Prunk, mit dem sich reiche Römer der oberen Klasse mit Stolz umgaben. Am späten Nachmittag kehrten wir in ein Pizzarito ein, wo wir zu zweit für nicht einmal 10,- eine 'Strapizza' mit beinahe 50cm Durchmesser aßen und gut satt wurden. Später besichtigten wir noch die Thermen des Diocletian mit einigen Exponaten aus vorrömischer Zeit und machten uns dann auf zu einem weiteren freundlichen Gastgeber im nordöstlichen Teil der Stadt. Er hatte eine schöne Wohnung, die er mit seiner Katze Claire teilte und in der er uns ein eigenes Gästezimmer anbieten konnte. Am späteren Abend machten wir gemeinsam Abendessen - Rigatoni mit Soße aus dem Glas, verfeinert mit Ricottakäse und dazu Peccorino.
Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem kleinen Frühstück auf, um die alte römische Hafenstadt Ostia zu besuchen - bzw. was von ihr noch übrig war. Hier war eine ziemlich gut erhaltene Stadtstruktur zu bestaunen, die zum Teil sogar bis in mehrere Etagen und Räume begehbar war. Dank des strahlenden Sonnenscheins verbrachten wir dort mehrere Stunden und gönnten uns ein schmackhaftes Picknick inmitten alten Mauerwerks. Nachmittags ließen wir uns wieder vom günstigen Riesenpizzaangebot verführen, trafen eine Couchsurferin aus Belgien, die auf Winter-Europareise war und gingen mit ihr Nachtisch essen, in einem Restaurant, das uns die Mexikaner empfahlen wegen der günstigen und großen Portionen. Wir wurden jedoch bald enttäuscht: Unser Tiramisu war zwar lecker, aber wohl kaum selbstgemacht und auch noch teurer als auf einer Werbung versprochen, die Suppli waren auch lecker, aber innen noch gefroren, das 'Menü' unserer Begleiterin war aber die Krönung; es bestand aus einer Mini-Lasagne, höchstens anderthalb Zentimeter hoch und wohl nur aufgewärmt, einer Tüte lauwarmer Pommes Frites und 0,2l Fruchtsaft - alles für 7,-Euro. Besser nicht mehr zu LasaGnaM gehen. Die Busfahrt zu unserem Gastgeber wurde durch einen Unfall erschwert - mit 30 Minuten Verspätung kamen wir schließlich an und stellten fest, dass er bereits mit dem Abendessen auf uns gewartet hatte: feine Putenschnitzel in Zitrone gebraten mit leckerem Erbsengemüse. Satt und glücklich schliefen wir ein.

Merken für die ToDo-List: Rezept für Suppli raussuchen und selbst machen, da lecker.

Anmerkung: Mein Handy war vom Bett gestürzt und ließ sich danach tagelang nicht einschalten. Schließlich konnte ich die zerbrochene Technik überlisten - der Blogeintrag kommt aber dadurch zwei Tage verspätet.

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